Freisprechungsfeier für Parkett- und Bodenleger 2015

Bereits zum 17. Mal konnte der Gesellenprüfungsausschuss-Vorsitzende für Bayern, Heinz Brehm, zahlreiche Gäste begrüßen, darunter Heinrich Schübel von der HWK Mittelfranken, etliche Meister und Ausbilder, Eltern, die Leiterin der Staatlichen Berufsschule Neustadt/Aisch – Bad Windsheim, OStDin Bettina Scheckel einschließlich Lehrerkollegen der Parkett- und Bodenlegerabteilung, die Betreuer des Wohnheims und nicht zuletzt die "Jung-Gesellen" aus dem Parkettlegerhandwerk und die jungen Facharbeiter aus dem Bodenlegergewerbe.

 

52 Prüflinge, darunter eine junge Dame, schlossen die Abschlussprüfungen in Theorie und Praxis erfolgreich ab. In ihrem Grußwort griff Frau Scheckel das Wort, das derzeit am häufigsten zu hören und zu lesen ist, auf: Asyl. Sie spannte den Bogen von den Mosaischen Asylgesetzen über das mittelalterliche Kirchenasyl bis hin zu Asylen für Obdachlose, Witwen und Arme in der jüngsten Zeit. Parkett- und Bodenleger baten an der hiesigen Schule „um Asyl“, das ihnen auch gewährt wurde. Über das „Erstaufnahmelager“ Wohnheim gelangten sie an die Schule, wo die Lehrer versuchten, bei der Integration in die – noch fremde – Berufsschulwelt in Neustadt/Aisch zu helfen. Dies ist immer eine große Herausforderung für alle. Es werden im kommenden Schuljahr nach derzeitigem Stand 32 Nationalitäten an der Schule unterrichtet, darunter 14 verschiedene Nationalitäten in den Parkett- und Bodenlegerklassen. Die Neustädter Schule unterhält Kooperationen mit Schulen in Rumänien, der Ukraine und Weißrussland. Dieses Engagement wird durch die Überreichung der Europa-Urkunde durch das Staatsministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten unterstrichen.

 

Herr Schübel, der Leiter der Abteilung Berufsbildung und Prüfungswesen an der HWK Mittelfranken hob in seinem kurzen Grußwort die Chancen hervor, die sich den jungen Gesellen und Facharbeitern auf dem Arbeitsmarkt bieten, vorausgesetzt sie nehmen die Fortbildungsangebote der Innungen und Firmen an.

Marco Kotzmann, der Vertreter der "Jung-Gesellen", fasste sich kurz, indem er seine Kollegen aufforderte:“Macht was draus aus dem, was ihr mit der Gesellen- und Facharbeiterprüfung erreicht habt“.

Heinz Brehm betonte die Möglichkeiten der Weiterbildung bis hin zum Meister, bei denen der Einzelne die Bereiche Menschenführung, Ausbildung und Betriebsführung vertiefen kann. Die jungen Kollegen sollten auch bereit sein, sich auf neue Techniken und Werkstoffe einzulassen.

StR Ludwig Memhardt als Vertreter der Staatlichen Berufsschule stellte einen Zusammenhang her zwischen den Knöpfen, die er auf seinem Schulweg immer wieder fand und den Schülern. Schüler sind wie Knöpfe sehr vielfältig. Sei es im negativen wie im positiven Sinn. Positiv sind die Erfolge bei bundesweiten und europäischen Leistungswettbewerben. Oder auch Schüler, die im Zug oder im Freibad durch ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft anderen Menschen auffallen. Besonders betonte Memhardt die Vielfältigkeit der Knöpfe und der Schüler. Hier bunte, kleine, große, gelb/schwarze, rot/weiße …, dort kleine, große, unauffällige, bunte Vögel, umgängliche und kratzbürstige. Jeder ist irgendwie einzigartig. Ähnlich ist es im Unterricht: die von der Mittelschule mit noch wenig Erfahrung und die, die schon viel mitgemacht haben. Und immer wieder gibt es Überraschungen. In diesem Jahr war zum ersten Mal eine Klasse dabei, bei der alle Prüflinge ihre Prüfung bestanden haben. Das gibt auch für Lehrer und Heimbetreuer wieder neue Motivation.

 

Im Anschluss überreichte Heinz Brehm zusammen mit den Obermeistern der einzelnen bayerischen Innungen die Urkunden und Zeugnisse an die jungen Kollegen. Besonders geehrt wurden die Kammersieger der Parkettleger: Christoph Bieler (Innung Niederbayern/Oberpfalz), Florian Seubert (Innung Oberfranken), Marco Kotzmann (Innung Unterfranken) und der bayerische Landessieger Johann Egger (Innung Oberbayern). Johann Egger erhielt dafür die Einladung zum Bundesleistungswettbewerb in Ehingen. Die "Bernemer Bergzwetschgen" aus Burgbernheim umrahmten die Veranstaltung musikalisch.